November 22

Das Schloss Braunfels auf ganz unterschiedliche Weise entdecken

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Schloss Braunfels entdecken

Sie können das Schloss Braunfels auf ganz unterschiedliche Weise entdecken. Vielleicht möchten Sie das historische Bauwerk auf eigene Faust erkunden? Also ganz ohne Führung. Das fürstliche Familienmuseum präsentiert sich als Schatzkammer, in der persönliche Utensilien und besondere Sammlungsstücke einzelner Familienmitglieder gezeigt werden.

Aber auch die Schlossführungen sind sehr beliebt. Diese finden das ganze Jahr über statt: Im Winter an Feiertagen, an Samstagen und an Sonntagen. Im Sommer sogar wochentags. Es gibt auch pädagogische Führungen und die sogenannten „Meisterführungen“ zu speziellen Themenschwerpunkten. Weiterhin werden auch angeboten, die sich speziell auch an das junge Publikum richten, sowie die „interaktiven Führungen“. Wer möchte, kann im Schloss auch seinen Kindergeburtstag oder den Hochzeitstag feiern. Das Schloss Braunfels ist auch ein Ort für kulturelle Veranstaltungen. So sind vor allem die Open-Air Opernabende im Schlosshof in den Sommermonaten sehr beliebt. Oder wie wäre es mit einem Ausflug in die Welt der Märchen? Auch hierzu hat das Schloss Braunfels viel zu bieten.

Ein Blick zurück in die Geschichte

Nicht viel ist über die ersten Jahre des Schlosses bekannt. Gut dokumentiert ist folgendes: Der Marquard von Solms war im Jahre 1129 Zeuge der Gründung des Klosters Schiffenberg, das nahe bei Gießen liegt. Für das Schloss Braunfels selbst gibt es die älteste urkundliche Nennung im Jahre 1246. Damals wurde das Schloss als „Castellum Brunenvelz“ bezeichnet. Der Graf von Solms aus dem Lahntal  zählte das Schloss zu seinen Besitztümern. Der Name der Familie Solms kommt vom Flüsschen „Sulmissa“, einem Nebenfluss der Lahn. Heute ist dieser Fluss als „Solmsbach“ bekannt. Bis heute plätschert dieser Fluss durch die Ortschaft Burgsolms. Dieser Ort war auch der Stammsitz der Familie. Hier stand einst eine Wasserburg, die heute allerdings nicht mehr existiert. Auf dem Basaltkegel, auf dem das Schloss Braunfels heute steht, stand einst nur ein schlichter Wachturm.

Die Baugeschichte des Schlosses

Auf einem Basaltkegel in exponierter Lage stand einst ein einfacher Wachturm. Ein Grenzposten zur Sicherung des Standortes gegen Angriffe durch die Grafen von Nassau im Westen. Der Wachturm wurde schrittweise ausgebaut. Erst kam ein Palas, ein Wohnbau, hinzu. Dann wurde das Bauwerk um einen weiteren Turm ergänzt. Später wurden diese drei Bauten auch durch eine Ringmauer geschützt. Der Kern der Burg mit den zwei Türmen und dem doppelgiebligen Palas ist bis heute in ihren Grundzügen zu erkennen. Im Palas befindet sich heute der Rittersaal, der Friedrichsturm befindet sich hinten links vom doppelgiebligen Palas.

Die Anlage wurde im Verlauf der Zeit immer wieder erweitert und ausgebaut. Auch die unterschiedlichen Epochen hatten Einfluss auf das Erscheinungsbild der Anlage. Eine sehr große Umgestaltung fand gegen Ende des 19. Jahrhunderts statt. Fürst Georg orientierte sich dabei wieder an die Baustruktur der Anfänge der Burg im Mittelalter.

Als Geburtstagsgeschenk ein Rittersaal

Die Fürstin Ottilie bekam den Rittersaal im Jahre 1847 zu ihrem 40. Geburtstag geschenkt. Und dies natürlich mit einer feierlichen Eröffnung. Die Übergabe wurde zu einem großen Fest und zu einer gelungenen Überraschung durch ihren Mann, dem Fürst Ferdinand. Im Rittersaal hängt heute ein Bild, das Ferdinand in seiner Ritterrüstung zusammen mit seiner Frau Ottilie zeigt. Dieses Bild wurde von Johannes Deiker gemalt. Das Gemälde zeigt auch, dass sich der Rittersaal bis heute nicht wesentlich verändert hat.

So wurde das Bauwerk zum Schloss

Ein letzter großer Umbau fand in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts statt. Fürst Georg und seine Frau Emanuela ließen das Schloss noch einmal vollständig umgestalten. Hierbei orientierte sich das Fürstenpaar am Stil des Historismus. Gotische und romanische Stilelemente standen im Mittelpunkt und auch die Bauweise der Renaissance sollte zitiert werden. Das optische Erscheinungsbild war bis zu diesem Zeitpunkt durch seine unterschiedlichen Bauphasen geprägt. Nun sollte ein einheitliches Konzept verfolgt werden. Auch die Anfänge als „Castellum Brunenfelsz“ sollten hierbei wieder ihre Berücksichtigung finden. Die mittelalterliche Burg sollte wieder erkennbar werden. Das Richtfest des neuen Bergfrieds wurde am 2. Juli 1884 gefeiert. Der Entwurf für die Umgestaltung stammte vom hannoveranischen Architekten Edwin Oppler. Inspirationen für die Umsetzung der Anlage sind auch bei den französischen Architekten Eugène Viollet-le-Duc und Émile Boeswillwald zu erkennen.


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